Gründerfest

19. Juli 2025

Feier

Zum Gründerfest am 19. Juli 2025 – Idee, ein Ort zum Feiern und die Vorbereitungen

Die Idee

Die Idee zu einem Gründerfest hatte unser 1. Vorsitzender Olaf Wolff schon seit 2021. Das Schützenfest nach Corona, welches wir in einem kleineren Rahmen und mit Einschränkungen, immerhin schon auf 2 Höfen feiern konnten, diente als Ideengeber: am Samstag auf dem Hof von Frank Habermann und am Sonntag auf dem Hof von Familie Dehning. Beide Feiern haben einfach Spaß gemacht und jeder hatte das Gefühl, dass man das bei Gelegenheit noch einmal wiederholen sollte.

Daraus entstand dann die Idee, 2025 nicht nur ein Jubiläumsschützenfest auszurichten, sondern vereinsintern ein eigenes Fest genau am Datum der Vereinsgründung zu feiern.

Ein Ort zum Feiern

Nun ging es darum, einen Ort zum Feiern zu finden. Verschiedene Ideen wurden diskutiert und durchgesprochen, z. B. ein Zelt auf dem Schützenplatz aufzubauen und dort das Gründerfest zu feiern. Das wäre aber nicht das Gleiche wie die schönen Feiern auf den Höfen 2021. Auch eine Feier auf dem Hof von Frank Habermann oder von Familie Dehning auszurichten, wurde daher diskutiert.

Ende August 2023, als Nina Andresen Jungschützenkönigin wurde, konnten wir Bürgerschützen die Feier zum Scheibenannageln auf der wunderschönen Hofstelle von Familie Andresen genießen.

Andrea und Torsten haben diese Hofstelle 2019 von Detlef Nesemann erworben. Im Frühjahr 2020, nach dem Auszug von Detlef Nesemann, wurden die Arbeiten zur Restaurierung der Hofstelle in Angriff genommen. Im Dezember 2021 wurde die frisch restaurierte Hofstelle von Familie Andresen bezogen. Nur ca. 1½ Jahre später waren wir dann am Schützenfest-Montag mit unserem Festumzug zum Scheibenannageln da. Wir waren alle begeistert. Ein wunderbarer Ort für ein schönes Gründerfest.

Olaf Wolff hat dann gleich unseren Schützenoberst Torsten Andresen darauf angesprochen, ob wir unser Gründerfest nicht auf dieser Hofstelle feiern könnten. Torsten und Andrea waren einverstanden und die ganze Familie Andresen stand hinter dieser Idee.

Die aufgearbeitete Fassade wirkt wie neu hergestellt, besteht aber aus den alten, gesäuberten Fachwerkbalken und Steinen. Im Innenbereich ist ebenfalls alles erneuert worden, genauso wie das Dach neu gedeckt und der gesamte Hof neu gepflastert wurde.

Ein handgemaltes Bild der alten Hofstelle zeigt noch den alten, unbefestigten Hof. Lediglich der Holzschuppen, der links auf dem Gemälde zu sehen ist, ist verschwunden. Alles andere sieht aus, als wäre das Gemälde die Vorlage für die Wiederherstellung gewesen.

Die Vorbereitungen für unser Fest

Am Mittwoch, den 16. Juli 2025, ging es mit dem Aufbau für unser Fest los. Tische und Bänke, Theken und die Würstchenbude von Albert Hoppe wurden herangeschafft und aufgebaut. Das Ehrentor wurde aufgestellt, Girlanden und Lichterketten wurden aufgehängt.

Fahnenweihe am 19. Juli 2025

Die Geschichte der Fahnenweihen ist seit dem 10. Jahrhundert belegt. Die Ursprünge der Fahnenweihen stammen aus dem militärischen Bereich. Mit dem Festakt soll die Fahne unter den Schutz Gottes gestellt werden, denn die Fahne war in früheren Zeiten ein essenzieller Identifikationspunkt für die Soldaten. Sie diente dazu, im Schlachtgetümmel den Anschluss an die eigene Einheit nicht zu verlieren.

Die Fahnenweihe bei Vereinen findet natürlich nicht vor dem Hintergrund statt, Gottes Schutz für den Kampf zu erbitten, sondern einfach, um sowohl die Fahne selbst als auch die Vereinsgemeinschaft unter den Schutz Gottes zu stellen.

Die Tradition der kirchlichen Fahnenweihe besteht heute besonders in katholisch geprägten Gebieten, insbesondere in Bayern, Österreich und Tirol. Neben der Tradition der Segnung von Truppenfahnen beim Militär wird sie besonders von Brauchtumsvereinen, den auf die militärische Tradition der Bürgerwehren zurückgehenden Schützenvereinen, Kriegervereinen und katholischen Burschenschaften gepflegt, aber auch von Freiwilligen Feuerwehren und anderen Vereinen und Organisationen.

Allgemeingültige Vorgaben für den Ablauf einer Fahnenweihe gibt es nicht. Regional und in verschiedenen Bereichen haben sich die unterschiedlichsten Bräuche entwickelt, wie das Patenbitten, bei dem ein befreundeter Verein darum gebeten wird, die Patenschaft zu übernehmen und bei der Ausrichtung der Fahnenweihe zu helfen.

Doch auch weltliche Fahnenweihen sind inzwischen verbreitet, wenn auch nicht so stark wie kirchliche Feiern. Der Gottesdienst entfällt und wird durch einen Festakt mit Ansprachen und Musik ersetzt. Die Fahne wird in diesem Fall vom Patenverein übergeben, die übrigen Abläufe ähneln einer kirchlichen Fahnenweihe. Ganz auf die feierliche Einführung verzichten dagegen Vereine nur sehr selten, wenn sie eine neue Fahne erhalten. Schließlich ist es nicht einfach nur ein buntes Stück Tuch, sondern ein echtes Heiligtum und der ganze Stolz eines Vereins.

Häufige Bräuche bzw. Abläufe rund um die Fahnenweihe

  • Patenbitten: Ein befreundeter Verein wird darum gebeten, die Patenschaft für die Fahne zu übernehmen und bei der Veranstaltung zu helfen.

  • Fahnenjungfrauen oder Ehrendamen: Sie tragen die Fahne zum Altar und übergeben die neue Fahne erstmals der Körperschaft.

  • Fahnenbänder: Die ersten Fahnenbänder werden oft schon im Rahmen der Weihe befestigt. Dazu gehört oft ein schwarzes Ehrenband für die Toten der Körperschaft, ein Fahnenband der Fahnenmutter und ein Band eines Patenvereins.

  • Fahnenpatin: Sie trägt ebenfalls die Fahne zum Altar und spendet oft ein Fahnenband.

  • Fahnenbraut: Sie steht den Fahnenjungfrauen vor und übernimmt für den Festtag das Patronat für die Fahne.

  • Fahnenmutter: Sie übergibt die Fahne nach der Weihe an einen besonders geehrten Fahnenträger des Vereins, der Innung usw. Die Fahnenmutter ist ebenfalls oft Spenderin des Fahnenbands. Im Gegensatz zur Fahnenbraut ist die Fahnenmutter ihr gesamtes Leben lang Schirmherrin der Fahne.

  • Fahnengruß: Nach dem Gottesdienst bzw. dem Festakt wird die Fahne der Gemeinde präsentiert und erstmals geschwenkt. Damit tauscht die Fahne auch mit den anderen Fahnen den Fahnengruß aus. Das ist das Zeichen, dass die Fahne offiziell das neue Erkennungszeichen der Körperschaft bildet und zukünftig bei vielen Anlässen wie z. B. Festumzügen zum Einsatz kommt.

Oft werden anlässlich der Fahnenweihe die ersten Fahnenbänder, z. B. ein Fahnenband eines befreundeten Patenvereines, befestigt.

Gelegentlich erfolgt die Wiederholung der Fahnenweihe anlässlich der Restaurierung einer historischen Fahne – so wie wir es am 19. Juli 2025 während unseres Gründerfestes getan haben.

Ablauf unserer Fahnenweihe am 19. Juli 2025

Unsere Fahne und die Standarte wurden mit einem Festumzug vom Schützenplatz zur Hofstelle Andresen in der Maschstraße 7 gebracht. Getragen wurde unsere Vereinsfahne von den Ehrendamen Alena Berkhahn und Elke Schacht. Die Standarte der Jungschützen wurde von den Ehrendamen Sofie Anderson und Nina Andresen getragen.

Auf der Hofstelle Andresen wurden die Fahnen von den beiden Paten Birgit Fricke und Achim Schacht enthüllt und zur Segnung durch Pastor Ralf Halbrügge gehalten. Nach der Segnung wurden die Fahnen an unsere Fahnenträger Hans-Carsten Mundt und Jan Ole Mundt übergeben.

Der Schützenverein „Freischütz“ e. V. Wathlingen von 1922 hat die Patenschaft für unsere Fahnen übernommen. Unsere Fahnenträger haben sich daher zu den begleitenden Fahnenträgern vom Schützenverein Freischütz Wathlingen gedreht und die Fahnen gesenkt. Vom 1. Vorsitzenden des Schützenvereins Freischütz Wathlingen, Erhard Oehns, wurde an beiden Fahnen ein Fahnenband befestigt. Im Anschluss wurde mit allen 4 Fahnen der Fahnengruß durchgeführt. Zum Abschluss haben unsere Fahnenträger sich dem angetretenen Bürgerschützenverein zugewandt und auch hier den Fahnengruß durchgeführt. Damit wurde die Fahnenweihe bzw. die Fahnensegnung abgeschlossen und unser eigentliches Gründerfest hat begonnen.

Unser Gründerfest, genau 100 Jahre nach Vereinsgründung, am 19. Juli 2025

Nach den ganzen Planungen und Vorbereitungen war es endlich so weit: Gründerfest! Auf diese Feier – unser kleines Schützenfest nur für die Hänigser Schützen – haben sich alle, die sich an unser Hofschützenfest 2021 auf den Hofstellen von Frank Habermann und Heinrich Dehning erinnerten, wirklich gefreut.

Unser Gründerfest war ein voller Erfolg. Bei aller Planung gab es einen Faktor, den wir überhaupt nicht beeinflussen konnten: das Wetter!

Haben wir ein Glück gehabt! Die ganze Woche war es kühl und regnerisch, immer wieder Regenschauer. Schon ab Freitagmittag wurde es wärmer und sonnig. Am Samstag hatten wir dann bestes Wetter zum Feiern – der beste Tag der Woche! 26–27 °C und Sonnenschein. Gerade richtig, um in der Sonne ins Schwitzen zu kommen und im Schatten nicht zu frieren. Auch in den späteren Abendstunden waren es immer noch 22–23 °C. Gerade richtig.

Insgesamt waren wir ca. 350 Schützen und Gäste sowie 30 Musiker vom Feuerwehrmusikzug Uetze und ca. 20 Helfer. Im Vorfeld mussten wir überlegen, wen wir überhaupt als Helfer gewinnen konnten. Die Feuerwehr und die Landjugend kamen ja nicht in Frage, weil die meisten auch im Bürgerschützenverein sind und gerne mitfeiern wollten und auch sollten.

Die Biertheke und die Würstchenbude haben unsere Freunde vom Schützenverein Wathlingen übernommen. Unterstützt wurden sie von 4 jungen Damen von der DLRG Hänigsen und von 3 jungen Herren vom TSV Eintracht Obershagen. Bei unseren Helfern können wir uns gar nicht genug bedanken! Die Getränke wurden laufend an die Tische geliefert. Warten musste niemand. Bis in die frühen Morgenstunden liefen die Getränkeversorgung und die Würstchenbude hervorragend.

Insgesamt wurden 720 Liter Härke-Bier ausgeschenkt. Dazu kamen 2 Kisten Lüttje Lage, 16 Kisten Wasser (Literflaschen!), 8 Kisten Cola, 5 Kisten Fanta, 10 Kisten Alster und 2 Kisten alkoholfreies Bier. Außerdem einiges an Schnaps, u. a. für die Lüttje Lage und Fanta/Korn (Moped), Sekt und Wein. Die Mengen an Sekt und Wein waren aber eher gering. Der Schwerpunkt lag bei Bier und Wasser/Brause – wie beim Schützenfest.

Ehrlich gesagt hatten wir beim Bier mit maximal 500 Litern gerechnet. Wir mussten also von Adelgund Wiele noch Bier nachholen. Glücklicherweise waren dort aber genug Vorräte auf Lager. Adelgund hatte übrigens alle Thekenausstattungen, Kühlschränke, Gläser und Tische kostenlos zur Verfügung gestellt.

In der Bratwurstbude wurden ca. 1.000 Bratwürstchen und ca. 500 Schinkenwürstchen gegrillt. Auch hier musste 2 × noch nachgeholt werden, weil wir alle von den Mengen überrascht wurden. Die Würstchen wurden von unserem Mitglied, Fleischermeister Albert Hoppe, gestiftet. Im Vorfeld war das nicht bekannt. Umso mehr haben wir uns über diese großzügige Spende gefreut.

Eine schöne Überraschung gab es dann noch für Werner Bösche, Präsident vom Kreisschützenverband Burgdorf e. V. Werner begleitet unser Schützenfest seit Jahrzehnten und ist unserem Bürgerschützenverein Hänigsen schon lange freundschaftlich verbunden. Daher wurde Werner Bösche von unserem 1. Vorsitzenden Olaf Wolff vor den versammelten Teilnehmern unseres Gründerfestes im Namen unseres Vorstandes zum Ehrenmitglied ernannt.

Auf jeden Fall herrschte eine großartige Stimmung. Dafür haben auch die Musiker des Feuerwehrmusikzugs Uetze gesorgt, die uns schon vom Schützenplatz mit Marschmusik begleitet hatten. Praktisch von 15.30 Uhr bis ca. 20.30 Uhr wurden wir mit Blasmusik unterhalten – mit einer kleinen Unterbrechung, als die Akkordeonspielerin Penny Simms für 1 Stunde übernommen und den Feuerwehrmusikern eine Pause verschafft hat.

Ab ca. 20.30 Uhr hat dann DJ Manuel übernommen und für Stimmung gesorgt. Bis ca. 1.30 Uhr ging es mit Musik durch den Abend. Der Ausklang war dann beim Eierbraten gegen 3 Uhr in der Früh.

Alle Teilnehmer haben sich im Vorfeld angemeldet und eine Eintrittspauschale von 10 € bezahlt. Kinder waren frei. In den 10 € waren sämtliche Speisen und Getränke enthalten. Außerdem gab es noch einen hochwertigen Jubiläums-Anstecker für die Schützenuniform aus geprägtem Metall und emailliert.

Dass unsere Feier nicht eine teure Veranstaltung für unseren Bürgerschützenverein geworden ist, liegt an den vielen Helfern und Sponsoren, die uns bei unserer Feier sehr großzügig unterstützt haben. Vielen Dank dafür auch im Namen unseres gesamten Vorstands.